Sprachen lernen mit Rosetta Stone


Die ersten Schritte

Nach kurzer Installation und Registrierung kann man bereits loslegen. Schon vor Beginn kann gewählt werden, ab man lieber Reden und Schreiben, Sprechen und Hören, oder alles lernen will. Natürlich wollen wir das Komplettpaket und klicken voller Spannung auf Weiter. Da tut sich schon ein Video auf, das erklärt, was Rosetta so einzigartig macht. Dies ist zum einen das lernen, wie wir die Muttersprache gelernt haben – anhand von Bildern. Nun gut, das ist jetzt nicht so einzigartig. Des weiteren geht es  ums Schreiben, Sprechen und Verstehen. Auch nicht so außergewöhnlich. Nun gut, Probieren geht über Studieren, also los.


Bei der dritten Übung der erste AHA – Effekt. Es gibt keine Übersetzungen. Na das ist mal wirklich was neues, mal sehen, wie lange das funktioniert. Die ersten Bilder zeigen Jungen und Mädchen, die essen und trinken. Nachdem man lernt, was Mädchen und Junge heißt, sprechen wir das nach und ordnen die Begriffe den Bildern zu. Darauf folgen Männer und Frauen. Um das ganze etwas schwierig zu machen, wechseln die Bilder die Position, es heißt also, Konzentration! Der Schwierigkeitsgrad steigt schnell an, ist in Übung 1 noch der Text dagestanden, hört man ihn in Übung 5 nur noch. So weit so gut. Übung 15 beginnt schon mit der Mehrzahl und es sind gerade mal 8 Minuten vergangen. 

 

Nun testen wir mal die Funktionen. Einmal verklickt, schon leuchtet es rot auf der Fortschrittsanzeige. Klickt man drauf, kann man die Übung wiederholen. Damit es nicht zu einfach wird, muss die gesamte Übung wiederholt werden. Sehen wir uns das Sprachmodul an. Versteht man etwas nicht, oder spricht man etwas falsch aus, kann man sich Silbe für Silbe anhören, sogar mit Graph und sieht so auch gleich, wo man selbst falsch betont.Ab Übung 25 wird es ein bisschen seltsam. Was mal Flicka  und später Flickan hieß, heißt nun Flickorna. Mal sehen, wo der Grammatikteil ist. Nach kurzer Suche, stellt sich heraus, dass es diesen nicht gibt. Aha…. Nun ja, vielleicht ergibt sich das noch aus dem Kontext. Zur Sicherheit beginnen wir nun, die Vokabeln rauszuschreiben, wie damals in der Schule. Es zeigt sich, dass wir ca. 5 Worte mit derselben Übersetzung haben, immer Nomen, aber wir können keine klare Strukturen erkennen, die erklären, wie sich die Worte deklinieren.


Nach 35 Einheiten und 29 Minuten erreichen wir das Ende von Hauptlektion 1. Es folgt das Modul Aussprache – lustiges Silben nachreden. Schon bei der ersten Übung reißt einem fast der Geduldsfaden. Wie kann man die Silbe „na“ falsch aussprechen? Der zweite Versuch klappt, die Übung wird aber als falsch angezeigt. Also nochmal auf Anfang. Nachdem vierten Mal wird testweise der Fernseher im Hintergrund auf Mute gestellt. Und schon klappt es.  Nach 10 nervenaufreibenden Übungen kommen wir zu Lektion 1 – Vokabeln. Es folgt – welch Überraschung! – Lektion 1 Grammatik! Erleichtert stürzen wir uns gleich rein, wir wollen ja wissen, was wir da grade gelernt haben, man weiß ja nicht mal, ob es Gegenwart, oder Vergangenheit ist. Und tatsächlich, die verschiedenen Formen geben nun Sinn. Ob man dies nun verstanden hat, wird gleich in der nächsten Sektion – Schreiben – auf die Probe gestellt.

Lektion 1 ist nun komplett   abgeschlossen, in genau 59 Minuten. Zudem haben wir 2 Din A4 Seiten Vokabeln aufgeschrieben und eine halbe Seite Grammatik – wobei dies zugegebener Weise reine Spekulation ist.


Vad gör du?

Ein Monat ist nun vorbei und es stellte sich heraus, dass die vorgegebenen Ziele nicht einzuhalten sind. Man würde meinen, dass eine Stunde täglich machbar ist, doch technische Probleme, Demotivation und so manch andere Dinge kommen nun mal dazwischen. Zeit nachholen gilt nicht. Nun gut, es bleiben ja noch 3 Monate und aller Anfang ist schwer.


Ich befinde mich also am Ende von Lektion 3 der ersten Einheit und kämpfe mich durch den Sprachteil. Da bemerke ich plötzlich, dass ich die Aufgabe schon einmal hatte – und zwar in Lektion 1! Tatsächlich, der Fortschrittsbalken bestätigt dies, trotzdem scheint alles seine Richtigkeit zu haben, ich bin noch in Lektion 3. Nun gut, wenigstens muss ich hier nicht nachdenken. Mal sehen wie es weiter geht.


Zwei Aufgaben später dasselbe – nur dass wir wieder ganz am Anfang sind. Es folgen weitere Aufgaben, alle aus den vorigen Lektionen, 9 an der Zahl. Am Ende zeigt es die Fehlerquote an – ich kann mit Stolz behaupten, dass die bei 0% liegt – und warnt mich vor, dass ich diese Aufgabe in exakt 2 Wochen wieder durchzuführen habe. Nun gut, so funktioniert das also – unterschwellige Wiederholung. Warum auch nicht? Werbung funktioniert genau gleich.

In Lektion 4 dreht es sich um Kleidung und Möbel und das bisher recht einfache Vokabular nimmt ungeahnte Schwierigkeitsgrade an. Es folgen gleich die Ausspracheübungen, die mich inzwischen schon fast zur Weißglut treiben. Ich ertappe mich mehrmals dabei, den Laptop an die Wand werfen zu wollen, reiße mich aber zusammen. Aber echt jetzt, was kann man an dem Wort JA falsch aussprechen? Nach mehreren Wiederholungen beschließt das Programm, dass die Betonung stimmt und weiter geht’s. Wieder eine Sprachübung. Na toll. Diesmal handelt es sich um Sätze wie; „Hur många bilen är det?“ Lustigerweise klappt das beim ersten Versuch. Das liegt daran dass es etwa so ausgesprochen wird: Hür monngja biilän ei deh?“ Je länger diese Übungen dauern, desto mehr fühle ich mich wie ein Moderator vor der Show. Jeder Buchstabe muss exakt ausgesprochen werden und das erfordert Übung.  


Es folgt wieder mal eine Übung aus älteren Lektionen und im Eifer des Gefechtes verklicke ich mich. Natürlich will ich die Aufgabe neu beginnen, doch plötzlich ist die Option nicht mehr verfügbar. Ein Test also. Das gemeine daran: Man registriert es nicht. Lektion 4 neigt sich dem Ende zu. Rosetta sagt mir, dass ich wieder zu Lektion 1 zurückkehren muss – ich habe einen MEILENSTEIN erreicht! Voller Neugier klicke ich auf Weiter und finde mich inmitten einer idyllischen Bildergeschichte über einen Campingausflug. Die Bilder laufen automatisch weiter, Sprechblasen zeigen an, wann ich etwas sagen oder fragen muss. Sehr kreativ. Nach ein paar Bildern ist es vorbei und Rosetta sagt mir, dass Einheit 1 damit abgeschlossen ist.